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Colostrum
Das Kennezichen von Säugetieren: Sie ernähren ihren Nachwuchs mit Milch aus den Milchdrüsen der weiblichen Tiere – sie säugen. (Mit ein Grund, weswegen der Mensch zur Klasse der höheren Säugetiere zählt.) Die Milch ist aber nicht einfach nur Nahrung. Milch ist eine Quelle vielfältiger Nährstoffe, die fürs Überleben der Neugeborenen unabdingbar sind. Das Fantastische: Die Zusammensetzung der Milch verändert sich und passt sich den Bedürfnissen des Nachwuchses an. So liefern die Milchdrüsen in den ersten Stunden oder Tagen nach der Geburt eine besonders gehaltvolle Milchform: das Colostrum, auch genannt die ‚Vormilch‘. Manche Frauen erleben bereits um die 28. Schwangerschaftswoche ein leiches Tröpfeln aus ihren Brustwarzen – ihre Drüsen bereiten sich aufs Säugen vor und produzieren das Kolostrum. Das Kolostrum (die Vormilch) ähnelt einer cremigen Substanz; sie ist eiweißhaltig, fettarm, von gelblicher Farbe und besteht aus aufgelösten Zellen der Milchbläschen. Fürs Neugeborene ist das Kolostrum ein Segen: leicht verdaulich und voller Antikörper (Immunglobuline), die das Immunsystem des Babys kräftigen. Das hat das Baby auch nötig, denn nachdem es den schützenden Leib der Mutter verlassen hat, muss es sich mit einer vollkommen ungewohnten Umgebung auseinander setzen. Dass Neugeborene unmittelbar nach ihrer Geburt an die Brust der Mutter gelegt werden, hat also nicht nur seinen Grund in der Nähe zwischen Mutter und Kind – nein, es soll auch den allerersten und, wie viele Wissenschaftler überzeugt sind, besten Schutz zur Verfügung stellen: das Kolostrum. Ob der günstige Einfluss des Kolostrums auf Babys auch für Erwachsene zutrifft, ist noch nicht sicher geklärt. Seine angeblich positiven Auswirkungen aufs Immunsystem, auf Bluthochdruck, auf Diabetes und ganz besonders auf Allergien warten noch auf eine Bestätigung durch die Wissenschaft. Weil aber seine medizinische Bedeutung für Erwachsene noch nicht belegt ist, darf Kolostrum nicht als Medikament angeboten werden. Es darf aber als Lebensmittel verkauft werden, beispielsweise als diätetisches Lebensmittel oder als Nahrungsergänzungsmittel. Hinterlasse einen Kommentar
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